In der Produktionshalle steht ein Verkaufsautomat. Ein Gerät, das normalerweise mit Getränken, Chips und Schokoriegeln gefüllt ist. In diesem Automaten befindet sich jedoch etwas ganz anderes: Handschuhe, Batterien, Schutzbrillen und Rollmeter. Zur Zufriedenheit aller Beteiligten.
Verkaufsautomat bei Sekisui verhindert Engpässe bei Produktionsmitarbeitenden
Der Automat steht bei Sekisui S-Lec in Roermond. Das ursprünglich japanische Unternehmen produziert eine Kunststofffolie, die unter anderem in der Automobilindustrie eingesetzt wird. Die Folie wird gewalzt und kann anschliessend zwischen zwei Glasschichten einer Autoscheibe verarbeitet werden. Dadurch wird die Scheibe stabiler – und damit sicherer. Sekisui ist in diesem Bereich weltweit tätig und produziert für grosse Automobilmarken.

Engpässe
In der Halle arbeiten rund 130 Personen im Schichtbetrieb rund um die Uhr. Für ihre Arbeit benötigen sie regelmässig Handschuhe, Messer, Rollmeter und andere persönliche Schutzausrüstung (PSA). Hier kommt der «Süssigkeitenautomat» ins Spiel. Das Gerät wird seit einigen Monaten eingesetzt. Doch wie lief es zuvor?
Alle Mitarbeitenden konnten die benötigten Artikel aus dem Lager nehmen. Um Engpässe zu vermeiden, nahmen viele Personen einen Vorrat mit und legten ihn an ihrem Arbeitsplatz ab. Die Handschuhe wurden oft nur einmal verwendet und anschliessend in der Halle liegengelassen. Gerade weil einige Mitarbeitende Vorräte mitnahmen, gingen andere Kolleginnen und Kollegen tatsächlich leer aus. Beim nächsten Mal nahmen auch sie deshalb zusätzliche Artikel mit.
«So schloss sich der Kreis», sagt René Venner, Assistant Manager der Logistics Department und unter anderem verantwortlich für die PSA. «Es gab keine Registrierung, keine Kontrolle und keinen Überblick. Es wurde über unzureichende Bestände geklagt. Und die Handschuhe lagen in der Halle herum. Ich schätze, dass der Lagermitarbeiter durchschnittlich vier Stunden pro Woche mit dem Auffüllen der Bestände, dem Bestellen und dem Einräumen beschäftigt war.»

Alle Daten im Überblick
All dies war René Venner, wie er sagt, ein Dorn im Auge. Es musste doch anders gehen. Venner hatte bei einem Kunden in Spanien einen Verkaufsautomaten mit PSA gesehen. «Dort war man sehr zufrieden damit.» Als einer der fünf Lieferanten von Sekisui wurde ERIKS gebeten zu prüfen, ob ein solcher Automat auch in Roermond eine Lösung sein könnte. ERIKS übernahm diese Aufgabe, sagt Bart Joosten, Project Manager Supply Chain Solutions bei ERIKS. «Zuerst haben wir alle Daten erfasst und analysiert. Wie viel wird verbraucht? Was wird verwendet? Auf Grundlage dieser Daten wurde bestimmt, welche Bestände im Automaten vorhanden sein mussten.»
Anschliessend wurde testweise ein Verkaufsautomat in der Halle aufgestellt. Die Mitarbeitenden aktivieren den Automaten mit ihrem Ausweis und können die benötigten Artikel entnehmen. Der Automat und die Bestände werden aus der Ferne über die Cloud überwacht und wöchentlich von einer Fachkraft von ERIKS aufgefüllt.

Positiv überrascht
Inzwischen ist die Testphase abgeschlossen. René Venner sagt, er sei «positiv überrascht». Was hat sich gezeigt? Die Mitarbeitenden gehen zu Beginn ihrer Schicht nicht mehr leer aus und verbrauchen deutlich weniger Artikel als zuvor. «Sie nehmen jetzt ein Paar Handschuhe mit und verwenden es den ganzen Tag. Es liegt nichts mehr herum, und die Mitarbeitenden legen keine Vorräte mehr an. In jeder Hinsicht ist es ein Erfolg. Ich bin zufrieden.» Und die Mitarbeitenden? «Wir haben erklärt, warum wir dies so umgesetzt haben: damit sie nicht mehr leer ausgehen. Das haben sie verstanden. Natürlich mussten sie sich zunächst daran gewöhnen. Aber ich höre keine negativen Rückmeldungen.»
Nettoeinsparung
Durch den Einsatz des Verkaufsautomaten erzielt Sekisui jährlich eine Nettoeinsparung von rund 35 bis 40 Prozent der Gesamtkosten. Die Einsparung entsteht teilweise durch den geringeren Verbrauch und teilweise dadurch, dass Sekisui von fünf auf zwei Lieferanten reduziert: ERIKS und den Lieferanten einer speziellen Handschuhart. Die Arbeitsstunden, die der Lagermitarbeiter jede Woche für das Auffüllen der Bestände aufwendete, sind dabei noch nicht berücksichtigt, sagt Bart. «Ich bin sehr stolz auf dieses Ergebnis. Der Kunde ist zufrieden, und es spart Kosten. Was will man mehr?»
Weniger Lagerverwaltung, weniger Rechnungsstellung, geringere Prozesskosten
Bart erklärt, dass der Verkaufsautomat auch für andere Kunden von ERIKS eine geeignete Lösung sein kann. «Für viele Kunden ist dies eine gute Lösung. Wir stellen den Automaten und seinen Inhalt bereit. Das Unternehmen hat weniger Lagerverwaltung, weniger Rechnungsstellung und geringere Prozesskosten.»

