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PFAS-Verbot: Auswirkungen bewerten - Alternativen prüfen
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PFAS-Verbot: Auswirkungen bewerten - Alternativen prüfen

Harrie Vangangelt
Harrie VangangeltQualitäts- und Compliance-Manager

PFAS-Verbot: Auswirkungen bewerten - Alternativen prüfen

Wichtige Entwicklungen zum PFAS-Verbotsvorschlag – Update Dezember 2025

Die fünf Länder, die 2023 den ursprünglichen Vorschlag für ein PFAS-Verbot eingereicht hatten, haben ihren Vorschlag aktualisiert und in vielen Punkten gelockert. Der aktualisierte Vorschlag ist für unsere Industriekunden und die von ERIKS gelieferten Produkte relevant.

  • Dür Dichtungsanwendungen in industriellen Anwendungen (einschließlich Dichtungen in beispielsweise Ventilen) und Schmierstoffe für industrielle Anwendungen sieht der Vorschlag der Antragsteller ein „Verbot mit einer Übergangsfrist von 18 Monaten und einer Ausnahmeregelung von 12 Jahren” vor.

  • Schläuche und Kunststoffteile werden nicht als Kategorie aufgeführt; ihre Verwendung ist wahrscheinlich Teil der Branchen-/Sektorbewertungen durch die Europäische Chemikalienagentur (ECHA).

Wir betonen, dass es sich hierbei ausschließlich um einen Vorschlag der Antragsteller ist. Dies ist weder eine endgültige Schlussfolgerung der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) noch eine Zustimmung des Europäische Parlaments, das letztlich über neue Gesetze entscheidet.

Der vollständige aktualisierte Vorschlag und die Anhänge sind auf der Website der ECHA zu finden: Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) – ECHA

Nächste Schritte und Zeitplan

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) setzt ihre Branchen- und Sektoranalysen fort, einschließlich Risikobewertungen und sozioökonomischer Bewertungen.

  • Im ersten und zweiten Quartal 2026 wird es eine neue öffentliche Konsultationsrunde geben.

  • Die endgültigen Stellungnahmen der ECHA werden für Ende 2026 erwartet, danach wird die ECHA ihre Stellungnahme offiziell der Europäischen Kommission vorlegen.

  • Danach beginnt der Prozess zur Ausarbeitung und Umsetzung eines neuen europäischen Gesetzes. Dieser Prozess wird voraussichtlich 1–2 Jahre dauern.

Alle aktuellen und früheren ECHA-Updates zum Vorschlag für ein PFAS-Verbot finden Sie unter: Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) – ECHA

Hintergrundinformationen zum vorgeschlagenen PFAS-Verbot

Der Vorschlag für ein EU-weites Verbot von PFAS (per- und polyfluorierte Chemikalien), den die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) am 7. Februar 2023 vorgelegt hat, hat für zahlreiche Diskussionen gesorgt. Wir möchten Ihnen einige Hintergrundinformationen zu diesem Vorschlag geben. So haben uns einige Kunden Fragen gestellt wie „Können wir uns diesem Verbotsvorschlag widersetzen?“, „Gibt es PFAS-freie Alternativen?“ oder „Was geschieht, wenn der Verbotsvorschlag umgesetzt wird?“

Wir bei ERIKS verstehen, dass das Thema PFAS viele Fragen und Bedenken aufwirft. Aus diesem Grund haben wir haben deshalb eine Reihe von häufig gestellten Fragen zusammengestellt, um das Thema zu erkunden und Ihnen einige Antworten zu geben.

Haben Sie weitere Fragen oder Hinweise zu dem geplanten Verbot? Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Wir helfen Ihnen gerne, mit diesen Veränderungen richtig umzugehen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welchen Umfang hat das geplante Verbot von PFAS?

Der Verbotsvorschlag enthält eine Liste von rund 10.000 künstlich erzeugten per- und polyfluorierten Alkylverbindungen, abgekürzt PFAS. Das vorgeschlagene Verbot ist eine gemeinsame Initiative Deutschlands, der Niederlande, Dänemarks, Norwegens und Schwedens und die bedeutendste Einschränkung für Chemikalien in der Geschichte der EU.

Der Vorschlag wird auf Grund seines breiten Anwendungsbereichs als „universelle Beschränkung“ bezeichnet. Er zielt darauf ab, die Herstellung, das Inverkehrbringen und die Verwendung von PFAS als solchen zu verbieten, aber auch von PFAS, die als Bestandteile in anderen Stoffen, Gemischen und Produkten enthalten sind.

Welche Produkte und Materialien enthalten PFAS?

PFAS werden auf Grund ihrer hervorragenden chemischen, thermischen und reibungsarmen Eigenschaften weltweit in einer Vielzahl von Produkten und Materialien verwendet. Sie sind in vielen Konsumgütern, wie unter anderem in Textilien, Feuerlöschern, Kochgeräten, Zahnpasta sowie in industriellen oder nicht verbrauchernahen Anwendungen, zu finden.

Bei ERIKS kommen PFAS in Produkten vor, die aus Materialien wie PTFE, FKM, FFKM, FEP und PFA bestehen. Diese finden sich u.a. in bestimmten Dichtungen, Schläuchen, Ventilen, Flachdichtungen, Kunststoffteilen, Antriebssystemen wieder. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir aber noch keine Aussagen über die Zukunft dieser Produkte und Materialien treffen.

Es ist wichtig zu wissen, dass alle Produkte, die ERIKS in der Europäischen Union anbietet, schon heute den PFAS-Vorschriften der REACH- und POP-Verordnung entsprechen.

Sind PFAS-freie Alternativen bereits verfügbar?

Derzeit sind keine PFAS-freien Alternativen verfügbar, die 1:1 die gleichen Eigenschaften wie PFAS-haltige Produkte haben.

PFAS-freie Materialien gibt es natürlich, aber

  • sie haben andere Eigenschaften und funktionieren daher möglicherweise nicht oder haben eine kürzere Lebensdauer

  • für bestimmte Produkte (z. B. Ventilsitze, Schläuche) sind sie nicht (leicht) erhältlich

Es ist zu erwarten, dass der Markt für PFAS-freie Materialien mit ausgezeichneten Eigenschaften wachsen wird, allerdings ist das ein Prozess der sich über Jahre ziehen kann. Bei ERIKS forschen wir ebenfalls aktiv nach PFAS-freien Lösungen mit ausgezeichneten Eigenschaften.

Wie ist der aktuelle Stand zum EU-Vorschlag eines PFAS-Verbots im März 2024 und wann tritt das vorgeschlagene Verbot in Kraft?

Die öffentliche Konsultationsrunde, die im September 2023 endete, führte zu vielen Rückmeldungen durch Endanwender und Hersteller. Es wurden mehr als 5.600 sozioökonomische Auswirkungen zur Bewertung an die ECHA übermittelt. Es wird viel Zeit in Anspruch nehmen, alle eingereichten Studien zu bewerten. Die neuesten ECHA-Updates enthalten derzeit keine detaillierten Informationen.

Aktuell gibt es viele Spekulationen sowohl von Umweltgruppen als auch von Herstellern. Es lässt sich jedoch nicht genau sagen, welche PFAS für welche Produkte oder Branchen kurzfristig verboten werden, welche langfristig betroffen sind oder welche Ausnahmen gelten werden. Der Vorschlag gibt eine Richtung, aber es ist nicht sicher, ob er in dieser Form angenommen wird.

Für die neuesten Informationen zur ECHA-Zeitlinie und zu nächsten Schritten besuchen Sie die Website der ECHA.

Was unternimmt ERIKS, um sich auf ein mögliches Verbot vorzubereiten?

ERIKS beteiligt sich aktiv an der laufenden Debatte über PFAS und nutzt die aktuelle Konsultationsphase, um unsere Bedenken geltend zu machen und Stellungnahmen abzugeben.

Für einige Produkte und Anwendungen haben wir mit der Entwicklung von Alternativen begonnen. Dieser Prozess erfordert die Einbindung der gesamten Lieferkette – von Chemieproduzenten, die neue Rohstoffe produzieren, über Verarbeiter und Entwickler, bis hin zu Endverbrauchern, um neue Optionen zu validieren und freizugeben. Solche Entwicklungen dauern oft mehrere Jahre.

Falls ECHA ein vollständiges Verbot gemäß dem ursprünglichen Vorschlag umsetzt, hätte das erhebliche Auswirkungen auf alle Nutzer von PFAS-haltigen Materialien.

3M hat angekündigt, die Produktion von PFAS-haltigen Chemikalien im Jahr 2025 einzustellen. Werde ich meine Produkte weiterhin kaufen können?

3M hat angekündigt, die Herstellung und Verwendung aller PFAS in ihrem Sortiment bis Ende 2025 einzustellen. ERIKS untersucht die möglichen Auswirkungen und arbeitet an Alternativen. Wir arbeiten dazu mit unseren Lieferanten und Herstellern zusammen, um festzustellen, welche Produkte betroffen sind, und um Alternativen zu finden.

Obwohl die Zukunft von PFAS und möglichen Alternativen noch ungewiss ist, arbeitet ERIKS bereits proaktiv daran, potentielle Herausforderungen anzugehen und Lösungen für unsere Kunden zu finden. Gemeinsam mit unseren Herstellern müssen wir dies als Chance für Innovationen und für die Entwicklung neuer, nachhaltigerer Produkte und Materialien nutzen.

Was geschieht außerhalb der EU in Bezug auf PFAS?

Das Thema PFAS ist auch außerhalb der EU, besonders in den USA, sehr aktuell. Auf Bundesebene wurde in den USA eine PFAS-Berichtspflicht für inländische Unternehmen eingeführt, die unter Abschnitt 8(a)(7) des Toxic Substances Control Act (TSCA) fällt.

Zudem haben viele US-Bundesstaaten ergänzende spezifische PFAS-Gesetze, wobei Maine die strengsten Vorgaben hat. Dort gilt ab 2032 ein nahezu vollständiges PFAS-Verbot.

Wichtig ist auch, dass die PFAS-Definitionen der USA (festgelegt von der amerikanischen EPA) etwas anders sind als die europäischen, es gibt aber große Überschneidungen, insbesondere bei Fluorpolymeren.

Verantwortungsvoller Umgang mit Chemikalien

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Im Rahmen unseres Engagements für Nachhaltigkeit legt ERIKS großen Wert auf den verantwortungsvollen Umgang mit Chemikalien wie PFAS. Neben einer möglichen EU-Verordnung zum Verbot von PFAS ist das Thema auch in anderen Ländern, darunter den USA, sehr präsent. Wir arbeiten aktiv mit unseren Kunden und Lieferanten zusammen, um alternative Produkte zu finden, die frei von diesen schädlichen Substanzen sind.

Unsere Produktspezialisten werden regelmäßig geschult, um über PFAS und ihre Alternativen auf dem Laufenden zu bleiben. So können wir Kunden beraten, die ihre Verwendung von PFAS-Produkten minimieren möchten. Darüber hinaus bleiben wir wachsam bei der Einhaltung der PFAS-Gesetzgebung und stellen sicher, dass unsere Produkte die von den Aufsichtsbehörden festgelegten Standards erfüllen oder sogar übertreffen. Durch diese gemeinsamen Anstrengungen nehmen wir unsere Verantwortung für die Umwelt wahr und ermöglichen unseren Kunden, fundierte Entscheidungen für eine sicherere und nachhaltigere Zukunft zu treffen. Auf Seite 35 finden Sie weitere Informationen darüber, wie wir PFAS in unserem Produktportfolio ersetzen.